Posts mit dem Label geschichten aus der anderswelt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label geschichten aus der anderswelt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

17.09.26

farbenspiel


verwaschenes grau verschluckt alles, was vorhin noch störend war
der seele anlastete wie ein schweres gewicht
ein hässliches modernes bauwerk hier
ein abgestorbener baum dort
es lässt menschen wie geister durch die strassen huschen
die hauseingänge gähnen, ein kühler hauch weht von den kellern herauf
nur in einem kellerabteil brennt noch licht
ein armer student, der über seinen büchern sitzt
der aufschaut, wenn ich vorbeigehe und von mir nur die beine sieht
und den unteren teil meines roten zwergencapes
dessen rot sich langsam mit grau vermischt
auf der wassergrauen leinwand zerfliessen die farben
sie kehren in den malkasten zurück
damit jemand mit ihnen spielen kann


auf der strasse schillert öl in einer wasserlache
in allen farben des regenbogens
die farben sind schockierend bunt
in weiter ferne blinkt ein wald von neonschildern
ein wilder dschungel aus farben und licht
bunter sprühregen glitzert kurz wie giftiger nebel über den dächern


ich streife zartvioletten raureif von meinem grauen cape
und werfe einen brief an einen freund in den postkasten
er wird sich wundern, mein freund
denn über den umschlag ziehen sich filigrane muster
wie das blattwerk eines farnes
und anstatt einer marke glänzt ein silberner stern

01.02.25

Die Angst der Blinden


Im Wirbel
von Tanz
und Traum
- während der zunehmenden Nächte -
bleiben die stolzen Türen
von Kirchen und Kapellen
verschlossen,
die starren Kreuze
verborgen...

Im Schmerz
von Tanz
und Traum
öffnen sich
Kathedralen
- zart,
verwundbar,
wahr -
von gesponnenem,
edlem Metall
und Stein,
zeigen sich
Symbole von
wilder Pracht...

Im Lächeln
von Tanz
und Traum
schreien Blinde
vor verschlossenen Toren,
erfüllt sich langes Sehnen,
heilen wundgeweinte Augen
und Herzen
von edlem Metall
und Stein.
Zart,
verwundbar
und wahr...

12.11.1991

13.11.22

Schuhuhu

ich bin du

jetzt bist du

ich...

Schuhuhu,

Augen zu,

zähl‘ bis sieben,

Geist vertrieben...

Schubidu,

Mond nimmt zu

Träume, du....

 

 


11.8.1992

13.12.19

der magische laden

heute ist der magische tag schlechthin. nichts weist auf den ersten blick drauf hin. es ist grau draussen. der himmel bewölkt, die dächer angefrostet, und es ist eiskalt. trotzdem fühl ich es ganz genau, dass heute etwas anklopft, das man sonst nur in einem guten miyazaki film oder auf den richtig guten adventmärkten finden kann. eine spur gold, und farben, die im kerzenlicht leuchten, eine spur weihrauch liegt in der luft, und nein, es ist nicht der smog oder hausbrand.
ihr kennt doch sicher den film stimme des herzens oder whisper of the heart von studio ghibli. das mädchen, das einen alten laden auf dem hügel entdeckt und davon so inspiriert wird, dass es beginnt, zu schreiben. in diesem film gibt es bilder, die mir gerade durch den kopf gehen. die heute den ganzen tag immer wieder auftauchen werden. keine ahnung, warum das so ist. ist es die magie kurz vor dem ersten schnee? oder gibt es dinge, die man einfach nur spüren kann, die aber niemals sichtbar werden?

es passieren magische dinge in diesem kleinen, alten laden. dinge, die ich immer mit weihnachten verbunden habe, obwohl in diesem film ja nicht weihnachten ist. aber diese grundstimmung, die fühle ich auch im winter, und eben zu weihnachten. wohl auch diese kindliche freude, die mir nichts und niemand austreiben kann. das erste, was mir in den sinn kommt, wenn mich meine eltern fragen, was ich mir zu weihnachten wünsche, ist immer etwas nostalgisches. ein alter bär, mit abgewetzten pfoten. eine spieluhr, auf der sich figuren im tanz drehen. ein dickes buch randvoll mit märchen. dann beginne ich, alles zu überdenken.
bär? spieluhr?
und wünsche mir etwas, das ich immer gebrauchen kann, etwas elektronisches meistens. so war es jedenfalls immer in den letzten jahren. aber warum soll man sich zu weihnachten ausgerechnet was wünschen, das man gebrauchen kann? es ist das magischste fest des jahres. man sollte sich also etwas magisches wünschen. etwas, das man sonst nie bekommt, etwas, das mit dem alltag überhaupt nix zu tun hat.
etwas aus dem magischen laden in whisper of the heart.

der erwachsene wird es wohl achtlos zur seite legen, wird sagen “wieder mal ein nutzloser staubfänger, wieder mal etwas, das nutzlos rumsteht”, das innere kind wird es ansehen und diese freude empfinden, die wie licht ist. ich denke, ich weiss genau, wo ich stehe. das innere kind hat wieder mal gewonnen. deshalb werd ich mir diesmal nichts praktisches wünschen. sondern etwas weihnachtliches. etwas, das mein herz berührt. der perfekte weg, um unglücklich zu werden ist der reine weg des verstandes. also wenn man überhaupt nie darauf hört, was das innere kind zu sagen hat. wenn man es beiseiteschiebt wie etwas, das stört. dabei ist es genau diejenige “macht”, die einen erdet und mit der vergangenheit verbindet, wie ein innerer schutzengel. ich denke, einer der wichtigsten schutzengel ist man selbst.

ach, ja..wenn man das innere kind nicht sterben lässt, soll es nie schreibblockaden geben. irgendwie logisch. wenn man keine mauer zwischen sich selbst damals und jetzt baut, kann die energie frei fliessen. und eigenartigerweise ist hier wieder eine verbindung zu dem mädchen in whisper of the heart.

29.08.19

der gingkobaum

es stand einmal ein gingkobaum
auf einer stillen weide
der sprach "an sich wär's mir ganz wohl
nur bin ich leider heide"
"wie kriegt man's hin, dass man als baum
zum katholiken werde?
man sagt, sie hätten seelen fein
und leblos wär die erde"
"ich wünscht, ich wär wie sie", rauscht er
ganz traurig klingt er eben
"ich bin uralt und denke mir,
ich möchte ewig leben"
so seufzt der alte lebensbaum
und wähnt sich ganz alleine
ein engel lehnt an seinem stamm
ganz licht in goldnem scheine
"von allen wesen bist du mir
das liebste hier auf erden
wie könnte ohne dich, mein freund,
mein land zum garten werden?
so seufze nicht und sei gewiss
du musst nicht konvertieren
die seele, die dir innewohnt
würd traurig vegetieren"
"lektion gelernt", spricht da der baum
und fühlt sich schon recht seelisch
"nur eine frage stellt sich jetzt:
wie wird man evangelisch?"

05.05.19

Regentaufe


Regentaufe
Wiesentanz
Pitsch
Patsch
Kleine Füsse auf
kaltem Stein,
Tropfenwirbel-
Ringelreihen....


Pitsch
Patsch
Wer kichert so hell?
Im Mondstrahl steht es
süss und splitternackt.


Regentaufe
Wiesentanz
- Wo warst du nur
um diese Zeit
Lach nicht! -
- Unterwegs.... -
- Hexchen, du! -


Regenzauber
Wolkenbruch
- Nur die Blitze haben mich erschreckt! -


Kleine Füsse auf
kaltem Stein,
ein zierliches Niesen
und
Pitsch
Patsch
- Mein Schatz,
komm ins Bett.... -


1.11.1991

06.01.19

weihnachten und eine ahnung vom frühling


wer den kreis der jahreszeiten liebt, die veränderungen in der natur und in sich selbst bemerkt, dem wird weihnachten als etwas völlig natürliches vorkommen, wie ein vorgang in der natur oder in sich selbst und das war wohl ein weihnachten, das kaum jemand so sah, nur einige wenige wie sie selbst. in der kälte der nacht viele lichter anzünden und die familie in der wärme versammeln, bei frost und kälte den beginn des neuen lebens feiern, und nicht aufgeben, egal, wie kalt der winter war. wie immer ein fest des lebens, uralt und sehr heilsam.

geschenke gehörten dazu, aber hauptsächlich das zusammensein, gemeinsam essen, lange aufbleiben, reden und lachen. sogar die kinder durften so lange aufbleiben, bis ihnen die augen zufielen. sie feierte, könnte man sagen, mitten in einer katholisierten gesellschaft ein kleines, heidnisches lebensfest und das allein machte sie vergnügt und munter, sie liebte feste, denn sie meinte, dass das leben einfach gefeiert gehört.
die nacht der lichter, der kerzen, um die dunkelheit aus den gedanken zu vertreiben - es machte
wohl sinn.

sie musste jetzt langsam mal aufstehen, merlin wartete schon auf sein frühstück und auch sie konnte
etwas vertragen, vor allem einen milchkaffee. sie hoffte, dass die küche noch so aussah wie am abend
zuvor. ihr kleiner elfen-hausgast hatte es sich inzwischen bei ihr bequem gemacht und machte keine anstalten, wieder auszuziehen. als lila gemeint hatte, dass ihre eltern wohl dagegen sein würden, dass sie so viel zeit bei ihr verbrachte, hatte die elfe gemeint, sie würde ja oft bei freundinnen übernachten und genau das hatte sie ihnen einfach gesagt - sie blieb über nacht bei einer freundin.
die elfe war ein chaostyp wie er im buche steht. sie zerlegte am liebsten technische geräte wie radios. ja, man konnte sagen, dass sie ein kleines technisches genie sein könnte, wenn sie nicht so schlampig wäre. beim zusammensetzen der eben zerlegten geräte blieb nämlich meistens irgendein kleines, aber ungemein wichtiges teil übrig...

lila hatte der elfe gesagt, dass es genauso wie beim zusammenbauen von ikea-möbeln war und musste ihr sofort alles über ikea erzählen. die elfe war begeistert gewesen. ikea war keine person, sondern ein kaufhaus und die möbel konnte man zerlegt kaufen und zuhause daran rumbasteln - das wäre genau ihr ding, hatte sie gemeint. exakt elfenstyle, waren ihre genauen worte gewesen. sie wollte unbedingt einmal mit zu ikea. liess sie sich nicht mehr ausreden. dass dort unheimlich viele menschen waren, störte sie nicht im geringsten. sie meinte, sie hätte ja ihren schutzschirm und vor ihrem einkaufsbummel würde sie ihn einfach wieder neu aufladen, dann hielt der stundenlang.
lila nahm sich vor, bald einige alte radios am flohmarkt zu erstehen, zum ausschlachten für die elfe. und vielleicht ein altes fernsehgerät - damit wäre die kleine wohl länger beschäftigt und lila konnte sich endlich mal dem aufräumen widmen.
das chaos in elfenform würde zwar bald wieder über das haus hereinbrechen, aber zumindest zwischendurch sollte ein wenig ordnung herrschen. zumindest, dass man wieder etwas finden konnte....träum weiter, lila.

es war so ein typischer sonntagmorgen. der wind ging und brachte eine ahnung vom frühling mit sich. es würde ein schöner tag werden.


09.12.18

Das Herz der Winterfrau


Ein blasses Gesicht,
vom Mondlicht beschienen.
Funkelndes Licht spielt
auf gläsernem Schrein.
Ein Schrei zerbricht an
marmornen Wänden
Hier liegt sie gefangen
und leidet allein.
Die einsame Frau,
die dem Winter gebietet,
blickt in den Mond.
Ihr Gesicht ist so weiss.
Sie sagt, sie muss sterben,
wenn wir sie nicht finden.

Rundherum glitzern Wände aus Eis.

birth of a manga ...

das hier ist nur ein entwurf, so als würde ich auf einem block kritzeln. das ergebnis ist nicht übel. zumindest kann man es aufbewahren. ist schon lange her...ich habe damals extrem viele mangas gelesen und irgendwann wollte ich eine eigene manga-story schreiben. total irres projekt. als zeichnerin hätte ich mir juliette von der archangel bar gewünscht. ist leider nie dazu gekommen, aber ich möchte den entwurf mal so reinstellen. wer weiss. vielleicht schreibe ich die story mal fertig. ich mag sie immer noch sehr gern.



☽O☾


"Es ist etwas viel verlangt, einem Kind völliges Vertrauen entgegenzubringen.
Was, wenn er sich irrt. Wo landen wir dann? Wenn Jan sich...getäuscht hat.
Andererseits - was würde geschehen, wenn er recht hat und ihm keiner zuhört?
Dann würde sie...
aber sie ist nicht echt!!!!!!!!
Kann nicht echt sein.
Immer diese Zweifel.
Blöde erwachsene Kuh!"


"Ann jetzt komm doch endlich, trödel nicht so rum.
Wir haben noch so viel vor."





Intro
Es ist schon seit Monaten Winter, doch es kommt kein Schnee. Die Natur ist erstarrt, die Zeit stehengeblieben, der Jahreskreis unterbrochen.
Es herrscht permanenter Herbst, die Natur sehnt sich nach Schlaf...der nicht kommen will.
Alle sehnen sich nach Schlaf, um im Frühling neu zu erstehen, der Schlaf, nach dem sie sich alle sehnen...er wird nie wieder kommen.
Wie müde sie sind, wie unendlich müde.


Du liebliches Weib! Nur aus Sanftheit und Licht, wie sehr hasse ich dich!
Immer warst du der Liebling der Götter, sie liebten dich, doch mich beachteten sie nicht,
mich, ihre Schwester!
Ich konnte zusehen, wie sie alles hatte,
Reichtum und Macht,
nur wegen ihres hübschen Gesichts.
Du bist wie der Mond, der so ruhig am Himmel steht, und könnte ich ihn vom Himmel reissen
und in ein Erdenloch sperren, so hätt ich's getan.
Ich plante lange - ich hatte viel Zeit in meinem Turm der Krähen und der Einsamkeit.
Als ich die alten Bücher fand, die vom Zauberbann versiegelt
gut versteckt im verbotenen Teil der Bibliothek standen,
als ich das Siegel brach und Blatt um Blatt wendete, wusste ich,
es gibt kein Zurück mehr für mich.
Ich studierte die Wirkung von Giften und Zaubersprüchen, ein besonderer Bann musste es sein.
Der grausamste Bann, der Bann des scheinbaren Todes.
Dein Körper erstarrt, deine Seele ist wach, denken und leiden ist alles, was du kannst,
bis auch dein Körper langsam vergeht.
Du bist hellwach, du weisst was dir geschieht. Niemand wird dich finden.
Da wo du liegst, ist finstere Nacht.
Sie liegt da und starrt mich voll Schmerzen an.
Um den Bann zu brechen, muss sie weinen,
doch weinen kann sie nicht.
Mein Schwesterlein ist wie der Mond,
so kalt, so still.
Nicht einmal, als ich ihren Liebling tötete,
weinte sie.
Der zierliche Paradiesvogel mit dem Gefieder wie Schnee,
grösste Freude ihres Lebens,
Als sein zartes Hälschen brach und seine Flügel so schwach zuckten
starrte sie nur
durch mich hindurch
Und weisse Federn schwebten durch ihr Zimmer.
Sein Lied verklang
Sie starrte tränenlos
"Du kannst nichts für deine Lieblosigkeit, du bist schon so geboren",
sagte sie
Und alles was Liebe war
war immer nur bei ihr.
Für mich war nichts mehr übrig
und niemand liebte mich
ausser ihr.
Mein dummes schönes Schwesterlein.


Und alle warten auf den Winter, selbst die Götter wissen keinen Rat.
Sie vertrauen dir...noch....
Du Hüterin des Winters, du bist am Ende, dein Reich ist hinüber,
genauso wie ihre Liebe zu dir.




Der traurige Mond
Introducing Ann und Jan


Vollmond...weites Land...Berge, Täler, Seen, silbern glitzernd
Häuser...Dachfirste...ein Fenster unterm Dach
Weisses Gesichtchen am Fenster

Ein Mädchen steht am Fenster und blickt in die Nacht. Sie ist blass und jung und total bleich.
Spooky, ziemlich gothy. Sie möchte noch eine rauchen, bevor sie schlafengeht und hat das Fenster geöffnet, damit man den Rauch nachher nicht riecht.
"Der Mond sieht heute so seltsam aus. Er trägt eine Korona aus violettem Licht. Und wenn er auch sonst so traurig scheint, so traurig wie heute war er noch nie. Es ist so, als könnte ich weit in der Ferne jemanden hören, der tonlos schreit"
*zündet sich Zigarette an*
*sieht zum Mond, ihr steigen Tränen in die Augen*
..."Der Mond trägt heute einen Trauerflor"...
"Bitte hör auf, mein Herz tut so weh!"
*presst sich die Hände gegen die Ohren*
"Hör auf hör auf hör auf!!!!"
-----
*eine Hand zupft sie am Ärmel*
"Hast du sie auch gehört?"
Ihr kleiner Bruder - besteht nur aus Augen und Strubbelhaar. Spooky Kid.
Hat einen Teddy im Arm, bei dem ein Auge fehlt...
*hockt sich vor ihn hin*
"Geh wieder schlafen, es war nichts."
*Ungläubiger Blick von ihm, er sagt aber nichts*
------
*liegt schon im Bett, sie sitzt daneben und deckt ihn fest zu*
"Erzählst du mir von ihr?"
"Da gibt es nichts zu erzählen. Du hast zu viel Fantasie, das ist alles."
"Ich hab sie gesehen!"
...."und ich hab sie gehört und ich weiss, dass es real war
sie war allein und"...
"Ihr Gesicht ist so weiss"
"Hör auf, Jan und geh schlafen..."
"Sie sagt sie muss sterben, wenn wir sie nicht finden"

Rundherum glitzern Wände aus Eis.




Birth of a Manga
"Das Herz der Winterfrau"
Fantasy/Romance
Oneshot
Dream Partner/Fellow Artist: Juliette

more to come.


26.10.18

ich träumte von der wilden grünen see
doch ach nun bin ich aufgewacht
und sterblich bin ich geworden
das funkeln des ozeans bricht sich in meinen tränen
und nichts ist mir vertraut in dieser welt aus feuer und asche
ich halte den kopf hoch und zeige ihnen meine schmerzen nicht
was sie sehen, ist nicht die wahrheit,
ein konstruiertes bild einer mechanischen puppe
die lacht und weint und isst und schläft...


es war einmal vor langer zeit ein stern, der sich in den ozean verliebte. er sagte dem himmel adieu und sprang in die grüne see. er konnte nicht schwimmen und er ertrank, doch wo er starb, schufen die götter eine insel. atlantis, das funkeln im ozean. und man sieht es noch, in unseren augen, wenn das licht sich in unseren tränen bricht.

ewige liebe, über den tod hinaus, die liebe zum ozean, das heimweh nach dem himmel, das erbe des sterns.


was einst zerbrach, wird nicht mehr heil. einzig die erinnerung lindert unsere grausame qual.
wenn himmel und ozean sich in liebe umarmen, führt eine lichtspur zum himmel empor.
wie soll ich nun weiterleben, sagt die puppe, die gleichzeitig lächelt und weint
sagt mir, ihr götter, ihr sterne, sag du mir, du grüne see,
was soll ich nun tun?

25.09.18

Es fleicht

Es fleicht
und kreicht
in Haus und Hof.
Spibabinnen spababannen
die Netze....

Im Mühlhause
kämpfen zwei
dunkle Gestalten,
tropfnasse Gesellen
wie Mühlbachswellen.
Sie ringen
und singen
garstige Lieder....

Im Hause lässt sich kein Mensch mehr nieder.
Nur Spibabinnen spababannen
seither ihre Netze...
Es seiselt
und breiselt
im Mühlhause drin’d
wo die Gespenster
seit Jahren
am Kämpfen sind....

20.5.1992

18.09.18

Rabengeschwirre

Rabengeschwirre
Schneebewölkt...

Blätterregen auf erstem Frost
und
das zarte Blondhaar meiner Schönen
im Wind,
spinnwebfein.
Sanftes Pochen am Fenster
- Blätterrascheln -
und ihr Duft.

Gewürze und Blumen in
rotgoldnem Licht,
Funkenregen in Blütenkelchen,
seltsam vertraut.

Rabengeschwirre
Silber im Wind...


7.11.1991

03.08.18

das lied des gartens


im schwirren von insektenflügeln, rascheln und krabbeln schien ein wispern zu liegen, sätze
bildeten sich, um unbeantwortet im blau des himmels zu vergehen, ein ewiger monolog eines
wesens, das es vorzog, unsichtbar zu bleiben. hunderte von insektenflügeln formten diese
stimme, flügel, die auf-und zuklappten, flatterten, trocken knisterten wie dürres laub.
insektenbeinchen, die eifrig und rastlos krabbelnd sätze auf die erde schrieben und sofort
wieder auslöschten, als dürfe der monolog nie unterbrochen werden. im flüchtigen weiss
der wolken ruhte die stimme, gebettet in das blau des himmels, sie bebte und zitterte in
den windgebeugten wipfeln der bäume und schluchzte im grau und stetig fallenden regen des
herbstes. und sie sang im winterlicht. einen hohen, sternförmigen ton im gleissenden
kristall, dessen kälte brannte.
die töne der stimme zeichneten gebilde und formen in luft und wasser, malten bilder auf die
erde, die töne waren farbig, tönende spiralen und schleifen durchzogen die luft, kreiselten
auf der blauen leinwand des himmels, farbtöne liefen einzeln oder vermischt in die leinwand,
bis sich luftige gebilde zu körpern wandelten.

sprachlos, endlos...
doch nie erschien ein menschliches wesen an diesem ort. und so war dieser ort durchsichtig
geworden. wie ein spiegel, der kein abbild wiedergab, sondern das darunterliegende frei-
setzte. da war nur die stimme, der ewige monolog in einer fremden, den menschen nicht mehr
vertrauten sprache, das lied des gartens.

ich bin in allem was ist
vergiss nicht, dass in allem,
was ist, ich bin
                                                                     


lila, 11.6.2001


06.05.18

an einem stinknormalen sonntagnachmittag in einem maurischen café


für imuhar

....“es ist alles andere als leicht, kreativ zu sein“, sagte die elegante junge dame in richtung der chimäre, die mit einer tasse dampfenden kakaos neben ihr sass und höflich nickte. das in breiten bahnen hereinströmende licht vergoldete die maurischen gitter und verschlungenen arabesken vor den fenstern des cafes, einige staubflocken tanzten durch die luft. ihnen gegenüber sassen zwei männer im traditionellen berbergewand und spielten eine partie schach. der ihnen gegenübersitzende blickte zu ihnen herüber und lachte mit blitzendem gold im mund. er legte seine braune hand mit den schwarzen fingernägeln auf einen dolch, der neben dem schachbrett auf dem tisch lag. der verlierer des spiels würde mit dem spiel auch sein leben verlieren...ein alter brauch, um meinungsverschiedenheiten zwischen stammesfürsten zu regeln, zumindest in dieser gegend, wo krieg nicht auf dem schlachtfeld, sondern am schachbrett ausgefochten wurde.
"ein guter brauch", murmelte der grünäugige drache am nebentisch, "beinah unblutig und voll esprit, fast wäre ich versucht, es ihnen gleichzutun." er blickte spöttisch zur chimäre hinüber, die ihn standhaft ignorierte, seit er sich neben sie gesetzt hatte. der drache war inzwischen dazu übergegangen, patience zu legen. mit flinken pfoten klopfte er eine reihe nach der anderen herunter und stiess lange rauchsäulen aus.
„ja, meine liebe“, kam vom fräulein am nebentisch, das sich wieder der chimäre zugewandt hatte, „es ist gar nicht leicht, in diesen zeiten noch einen funken von...je ne sais pas...fantasie...zu entwickeln, wie ihr sicher ebenfalls wisst.“ die chimäre nickte mitfühlend und schenkte dem fräulein tee aus einem grossen, silbernen samowar nach. der drache hatte eine wasserpfeife bestellt und rauchte sie nun mit sichtbarem genuss...die rauchkringel, die er fabrizierte, stiegen zur decke empor und bildeten dort eigentümliche barocke muster aus stuck.

das schachspiel der stammesfürsten war entschieden, der schnitt durch die kehle schnell und lautlos, der tod, der sich in dieser gegend azrael nannte, betrat den raum und holte den durchscheinenden verlierer ab, nicht ohne ihn zuvor noch auf ein glas absinth einzuladen. 
der raum hatte sich inzwischen mit rauch gefüllt und man konnte nicht mehr viel erkennen. der drache hatte begonnen, nervös vor sich hinzupaffen, seit der tod das lokal betreten hatte. eine dicke rauchwolke verhüllte ihn wie ein tarnmantel, dahinter hörte man ihn rumoren und abwehrformeln murmeln. „echsen sind das abergläubischste volk des universums“, beschied  die chimäre dem fräulein und lächelte fein und ein kleines bisschen hämisch. „das habe ich jetzt gehört“, drang dumpf aus der wolke am nebentisch, „und ich setze es auf die liste eurer untaten, allerwerteste.“ das fräulein erstickte ihren plötzlich auftretenden hustenanfall in einem spitzentaschentuch, das es aus dem ärmel seiner cremefarbenen tropenjacke gezaubert hatte. die chimäre legte ein winziges goldnugget auf den tisch und trank ihren kakao aus. „es liegt wohl am rauch, er wird immer mehr, man kann kaum mehr atmen“, sagte sie. „es wird ohnehin zeit für unseren besuch am gewürzbasar, vielleicht könnt ihr dort einige inspirationen für euer neues buch sammeln. ich hoffe es inständig. als muse und als freundin, die ich euch geworden bin.“ die beiden damen verliessen das cafe, das hinter ihnen in einer veritablen nebelbank verschwand. die grünen augensterne des drachen folgten ihnen noch eine zeitlang durch die gassen, dann zogen sie sich wieder zu ihrem besitzer zurück...

im cafe packte der drache eilig seine karten, zigaretten und einige englische und französische tageszeitungen in seinen rucksack und liess auch einen silbernen kaffeelöffel mitgehen. er legte einige sorgfältig abgezählte münzen auf den tisch und drückte sich an der hochaufragenden gestalt des todes vorbei, der noch immer an der bar stand und sich angeregt mit einer gruppe von berbern unterhielt. 
es ging um ein weiteres schachspiel, diesmal zwischen dem tod und dem inzwischen beinahe unsichtbaren stammesfürsten, der, so er gewinnen sollte (was der tod als sehr unwahrscheinlich einstufte), wieder ins leben zurückkehren dürfte. „es ist ja eigentlich verboten“, kam gerade vom tod, als der drache das cafe verliess und kopfschüttelnd auf die strasse trat, um die verfolgung der beiden damen aufzunehmen....


19.10.2005

17.11.12

 
 
 
 

Leontopodium alpinum

das geheimnis

 

 
Das Geheimnis
 
Freundinnen,
          drei kleine Mädchen;
 
Sie kamen von den Seen,
          drei Freundinnen.
 
Drei Schierlingsmädchen ....
 
Allein in den Wäldern,
         drei kleine Mädchen.
 
Wo suchten wir sie zuerst?
Unter den Tannen?
Unter den Fichten?
Unter den Weiden
        (den trauernden..)?
 
Drei kleine Mädchen.
 
Sie zogen den Fluß herab,
Unter Tannen,
Fichten
und Weiden.
 
Sie kamen zu uns
        drei Mädchen
in Schiffchen aus Holz.
 
Drei Freundinnen,
bekränzt mit Schierling,
in Schifffchen aus Holz.


 

23.10.12

nebelmorgen

vom fluss steigt nebel auf, kriecht über die böschungen, lässt rohr und binsen verschwimmen und zu sonderbaren kleinen gestalten verwachsen, die im wind tanzen, ja sie sehen so aus wie verwachsene winzige gestalten, die sonderbare tanzschritte im wind vollführen, und der nebel wirft ihren verlängerten schatten über die weissen böschungen. nun weiss ich ja, was es ist - es sind binsen und röhricht, und der wind, der sie zum tanzen bringt. sie knarren und schaben aneinander, dürres blattwerk raschelt, als würde jemand kommen, durch die hohen trockenen blätter und ja, jemand kommt wirklich, ich sehe einen riesigen verwachsenen schatten in der nebligen luft wachsen, herankommen und bevor es mir zu unheimlich wird, bin ich schnell fort, unter den rosenstrauch! liege bäuchlings zwischen weissen blättern. und warte. ihr duft ist so stark, dass ich schwindlig werde. die schwarzweiss gefleckte katze, die manchmal bei den menschen lebt, aber meistens draussen herumstreunt, taucht aus dem nebel auf, mit glitzernden schnurrhaaren und klaren grünen augen, mit blättern im feuchten fell. sie grüsst herüber, denkt an fellpflege und frühstück bei den menschen und lächelt ein wenig von oben herab. dann ist sie schon fort, im nebel verschwunden, ich bleibe allein zurück zwischen glitzernden spinnweben und duftenden blättern...

14.12.11

merlin und die elfe

vielleicht war er nur ausgegangen, um ein wenig frische luft zu schnappen. hungrig konnte er nicht sein, nach den portionen zu urteilen, die er heute abend noch verdrückt hatte. ich weiss nur eins: als mein kater heute abend ausging, war er allein und als er zurückkam, hatte er eine winzige gestalt in seinen pfoten.
"pfui" rief ich - etwas, das bei katzen so gut wie gar keine reaktion hervorruft, so auch in diesem speziellen fall - er wackelte nicht einmal mit den ohren.
geradezu verliebt sah er drein und wenn katzen lächeln konnten, woran ich nicht im geringsten zweifelte, dann lächelte er gerade sein schönstes katzenlächeln. er sah auf das wesen herunter, das er gerade im garten gefangen hatte. ich hielt es noch immer für einen dieser erbarmungswürdigen kleinen singvögel, die zu jung waren, um rechtzeitig die flucht zu ergreifen, wenn er angeschlichen kam. erwachsene, lebenserfahrene vögel hatte er so gut wie nie angeschleppt - die sassen weit über ihm in den büschen und schimpften auf ihn herunter und er schimpfte hinauf - und so gut ich sein talent zu jagen auch einschätzte, gab ich ihm doch kaum chancen, jemals einen dieser abgeklärten zyniker von singvogel zu erwischen.

dieses geschöpf jedoch hatte nur die grösse eines ausgewachsenen vogels. es lag einigermassen groggy in seinen pfoten und bewegte sich kaum, nur die flügel zuckten leicht. mein kater sah erwartungsvoll zu mir auf. anscheind wollte er mir das wesen zeigen oder er hatte wieder mal ein geschenk für mich. er war oft so gütig, mir kleine erbeutete tiere zu verehren und schien immer wie vom blitz getroffen, da ich so wenig dankbarkeit zeigte, doch - wie katzen eben so sind, gab er seine hoffnung nicht auf, auch mich eines tages zu erziehen und mich endlich zu einer zwar nicht vollwertigen katze, aber zu etwas ähnlichem zu machen...einem etwas, das winzige tierchen nicht angewidert nach draussen brachte und vergrub, sondern sich mit feuereifer darauf stürzen und sie verschlingen würde. doch bis es so war, waren seine geschenke an mich völlig vergeblich. ich bin nicht der grosse eichhörnchen-fanatiker, muss ich dazu sagen, aber wenn er einmal einen fisch fangen würde, sähe das ganze wohl völlig anders aus - nur sollte der fisch dann noch einigermassen gut aussehen - also ein ding der unmöglichkeit.
mein kater sass vor mir und sah mich mit kugelrunden augen an. seine beute schien wieder völlig wach zu sein , denn sie begann, zu zappeln und sich gegen seinen griff zu wehren. und er tat etwas, was ungewöhnlich war.
er schaute nur und lächelte sein verliebtes katerlächeln.

ich bückte mich zu ihm herunter und nahm seine beute näher in augenschein. ein vogel war es nicht, aber was es genau war, konnte ich nicht feststellen. momentan sah es so aus, als hätte freund kater eine kleine milchig-weisse wolke gefangen. was mich nicht allzusehr verwunderte - er hatte augen für solche dinge. ja, man konnte ihm eine gewisse okkulte begabung nicht absprechen - darum hiess er ja auch merlin. er hatte seit seiner jugend sonderbare dinge bewirkt...was mir durchaus recht war, denn das okkulte war ja immer noch eine art steckenpferd von mir - ebenfalls seit frühester jugend.
jeder mensch findet die katze, die zu ihm gehört, so heisst es, und in diesem fall hatte merlin ja mich gefunden, aber davon erzähle ich lieber ein anderes mal, sonst weichen wir noch mehr vom thema ab. nur eins noch: ich hatte lange auf ihn gewartet, und als katzenfreund war es mir nicht gerade leichtgefallen, der pelzigen versuchung in form von unzähligen katzenbabies zu widerstehen, die auf den bauernhöfen in der gegend zur welt kamen - ich hätte sie körbeweise mitnehmen können, wenn nicht dieses gefühl gewesen wäre - warte noch ein wenig, er wird erst geboren. also hatte ich gewartet, auf merlin.

besagter merlin betrachtete stolz seinen fund und gab ein leises schnurren von sich. ich war zwar einiges von ihm gewöhnt, aber das hier übertraf bei weitem alles. ein winziges wesen sass mitten in der wolke und sah ungläubig zu mir auf, dann spähte es misstraurisch in alle ecken der küche. es war eindeutig kein vogel, aber es hatte flügel. schmetterlingsflügel, stellte ich benommen fest. und arme und beine. ein winziges schmales gesicht, umrahmt von silbernem haar, grosse, veilchenviolette augen und einen winzigen mund, aus dem spitze töne drangen - es klang sehr nach protest. es handelte sich eindeutig um eine elfe und zwar um ein besonders schönes exemplar. sie war noch sehr jung und unerfahren, sonst hätte mein kater sie wohl kaum erwischt - elfen sind um einiges schneller als vögel und da sie auch noch extrem misstraurisch sind, stehen die chancen, eine zu fangen, gleich null.

die situation war brenzlig. man sollte sich mit wesen dieses volkes nie schlecht stellen und dieses wesen hier war zwar jung, aber dennoch eine elfe, und ausserdem hatte sie sicher eine familie, die sie schon vermisste und suchen würde. also konnte man eigentlich nur eins machen: das geschöpf so gut es ging zu bewirten und den ganzen vorfall als besuch einer überirdischen einstufen - sie war keine beute, sondern eher merlins unfreiwilliger gast und jetzt auch zu meinem geworden.
sie war inzwischen merlins griff entschlüpft und kletterte behende auf den regalen herum wie eine eidechse, nahm dies zur hand, dann jenes, und konnte anscheinend einiges davon gut gebrauchen. als ich ihr verhalten beobachtete, wurde mir schnell klar, dass sie noch ein rechtes kind war.
sie grapschte nach dem bonbon-glas und hätte es beinah geschafft, darunter begraben zu werden. flink sprang ich hinzu und verhinderte ein grösseres unglück. elfe von bonbonglas erschlagen - ich sah die schlagzeilen vor meinem inneren auge und konnte mich eines lachens nicht erwehren. sie setzte sich auf den rand des regals, bekam ganz runde augen und begann dann, ebenfalls zu lachen. ein süsses kind, sie lachte und lachte und hörte erst damit auf , als ich ihr ein fruchtbonbon vors gesicht hielt.
zugegeben - ich hatte nicht die geringste ahnung, wie man eine elfe füttert. ich hielt das bonbon so, als würde ich einem pferd ein stückchen zucker geben. sie verstand aber recht schnell, griff eilig danach, erst schnupperte sie ein wenig, dann leckte sie ein bisschen daran, und versuchte dann, sich das ganze bonbon in den mund zu stecken. es war natürlich viel zu gross für sie.
bei diesem anblick kamen mir meine kindlichen träume von riesengrossen süssigkeiten in den sinn. gigantische schokotafeln und fruchtgummis, lollipops wie baumstämme, glitzernde berge von kandis, türkischer honig wie die weissen gipfel des mount everest.
genauso musste es meiner elfe gerade gehen. sie sah überglücklich aus....

sie futterte ihr bonbon und sah sich mit neugierigen augen um. und genau dieser blick sagte mir, dass noch einiges auf uns zukommen würde, auf merlin und mich...

29.11.11

von kleinen gestalten, raben und teekannen, und von der macht der grossen sonnenblume

eine kleine geschichte aus der anderswelt

hier saust und braust es. ein öfchen bullert. winzige gestalten schleppen emsig gegenstände, dicke wolken schweben in der küche und lassen es über der spüle regnen, der kleine platzregen wird vom wind verzwirbelt und zerzupft. der teekessel auf dem herd säuselt und lässt nebligen wasserdampf entweichen. auf den regalen nisten raben und teekannen. grosse sonnenblumenlampen sprenkeln die wände mit einem meer von lichtflecken.

auf dem küchentisch liegt die morgenzeitung. die winzigen gestalten haben sich um den tisch versammelt, einer liest piepsig vor, die anderen reden dazwischen. ein ungeheures tohuwabohu entsteht, und wilde diskussionen, doch da schlägt einer den gong und schlagartig verstummen alle stimmchen. der mit der piepsstimme liest laut vor...


unheimliche geschehnisse in und um eine alte villa am stadtrand

spaziergänger am frühen morgen des 5.1.2008 beobachteten, wie zuerst eine frau in einer schwarzen zotteljacke und gleich darauf mehrere kleine gestalten das haus verliessen. letztere schnelleren schrittes, wobei sie sich immer wieder misstraurisch umsahen. ein zeuge, der nicht genannt werden möchte, schwört, er hätte gesehen, wie eines der kleinen wesen, das eindeutig weiblicher natur war und das sich aufgrund seiner wallenden bunten gewänder gut vom schneeigen hintergrund abhob, mittels eines stücks tafelkreide den gehweg sowie die wände der umliegenden häuser mit seltsamen zeichen versehen hatte. die fingergrosse entität trug eine fremdländisch anmutende haartracht, die einer bunten wolke gleich auf ihrem kopf sass.

der zeuge, der sich sofort nach seiner aussage freiwillig einem alkoholtest unterzog und der eindeutig für nüchtern befunden wurde, - er hatte nach eigenen worten nur ein kleines frühstück bestehend aus einer tasse milchkaffee und einer buttersemmel eingenommen - liess durchblicken, er hätte bis auf ein erlebnis in irland vor einigen jahren noch niemals zuvor ein erlebnis wie dieses gehabt. über seine irland-beobachtung wollte er sich nicht auslassen, da er, wie er sagte, damals gehörig einen in der krone gehabt hatte, als er nach einem seiner nächtlichen pubbesuche bei mondschein spazierengegangen war. dieses mal jedoch stand für ihn fest, dass es sich bei seiner beobachtung eindeutig um elfenhafte wesen oder naturgeister gehandelt hatte. die entität mit dem wallenden haar, das immer wieder die farbe wechselte, er sagte es wären ähnliche farben wie bei einem regenbogen gewesen, sei seinen worten nach die allee hinuntergebraust, direkt an dem gebüsch vorbei, in dem er sich versteckt hatte, und der wind, der dann aufgekommen sei, hätte ihm die haare zu berge stehen lassen, so schneidend kalt war er gewesen. daraufhin hatte es wieder zu schneien begonnen, was die kleinen gestalten zu freudenkundgebungen angeregt hätte. die entitäten hätten sich daraufhin, wie er sagte, in einen schneehaufen geworfen und wären wild lachend darin herumgekugelt.

neben dieser doch einigermassen ungewöhnlichen beobachtung, die von mehreren zeugen bestätigt wurde, blieb die gegend bis auf die hier typischen lichter, die seefahrern unter der bezeichnung elmsfeuer geläufig sind, von übernatürlichen erscheinungen verschont.

die flackernden lichter auf der loggia des ansonsten unbewohnt scheinenden gebäudes wurden jedoch schon seit jahren immer wieder gesehen und geben anlass zu der vermutung, dass das holz, aus dem das geländer der loggia besteht, mit der zeit verfault war und schimmlig wurde. der auf dem holz wachsende schimmelpilz könnte für das grünlich flackernde leuchten verantwortlich sein.

06.09.10

ein nebeltag mit einer handvoll regen
nichts ernstes nur ein leises grau auf nebelwegen
ein sternenspiel tönt klirrend aus dem garten
wo traumgespinster lächelnd auf den träumer warten
windharfenklang zerbricht an meinem fenster
ein nebeltag, mit ihm kommen die gespenster