13.12.20

important, somehow...


dark matter

ancient / primordial oceans

blood cells


30.08.20

Zum Andenken

Logbuch| Älterer Foreneintrag in der Archangelbar

Eine junge Frau sieht mich mit veilchenblauen Augen an. Ihr Blick bannt mich, hält mich fest und ich kann einfach nicht mehr klar denken. Weg schon gar nicht, obwohl ich es anfangs wollte, denn alles an ihr ist...so bunt, hippiebunt, blumenbunt. Beinah verlegen denke ich an mein schwarz, das immer war (und sein wird), ich versuche, mich abzuwenden, es geht nicht mehr. Ihr weiter Blick enthüllt Schicht für Schicht ein Kaleidoskop von Farben unter meiner schwarzen Umhüllung - Blumenfarben, strahlend bunt, grüne Wiesen, blauer Himmel, weiss bewölkt, Sternenlicht in ein Spektrum von Regenbögen aufgefächert, die aus meinen Augen scheinen. Sie sieht mich an. Hält eine Hand auf. Auf ihrer Handfläche liegt eine Vogelfeder. "Freiheit", denke ich, mir ist zum Lachen, doch ein Hauch von Melancholie schwingt mit, ich spüre Tränen in den Farben, doch noch mehr Freiheit - ein Aufbruch, denke ich - ja, ich möchte aufbrechen, ich will... was will ich nur... die Welt sehen? Auch. Glücklich sein? Sicher. Ich will wie sie sein, die ich bisher noch nicht kannte, sie, die Zauberin, die mich zur Reise drängt.

Sie sagt: "Ich bin dein Spiegel." Ich darauf: "Du bist nur ein Kind". Und sie: "Genau!"

Und ich will sie vergessen, doch ich muss sogar von ihr träumen: Ein Wohnwagen. Bleibt stehen, wo es schön ist. Hohe Bäume, ein weiter Himmel, unfassbare Bläue und wieder die Farben, ein Hauch von Trauer, leuchtende, glänzende Farben, Regentropfen fallen in ein scheues Blumensträusschen, so sachte und vorsichtig wie eine Liebkosung, eine streichelnde Hand ist der Wind geworden, ich spüre das Fernweh von Zigeunern und im Traum breche ich sofort auf, ich zögere nicht. "Etwas hat sich verändert", mitten hinein in veilchenblaue Augen rede ich, "Du zeigst mir den Ausgang". "Dafür bin ich ja da", sagen ihre Augen. Sie ist stumm, Bilder reden nicht und...

Ich habe dann das Bild gekauft, es hat noch keinen Rahmen, es ist schwer, ein solches Bild zu rahmen (versteht ihr?). Es war erst voriges Jahr im Sommer. Heute habe ich aus der Zeitung erfahren, dass der Maler der Veichenblauen Augen an Krebs verstorben ist.


Für Zeppl-Sperl, den ich leider nicht persönlich kannte, was mich jedoch nicht davon abhält, um ihn zu trauern.

21.08.20


“I was always an unusual girl.
My mother told me I had a chameleon soul, no moral compass pointing due north, no fixed personality; just an inner indecisiveness that was as wide and as wavering as the ocean.”

  Lana Del Rey


src


06.06.20

fearless



31.05.20

23.05.20

über das verschwinden

tief luft holen....und langsam untertauchen. die augen weit öffnen, keine angst vor dem brennen des salzwassers. das licht färbt die wasserfläche über dir in grün, von dem du oft geträumt hast, funkelndes grün, das es auf der erdoberfläche nicht gibt. die luft reicht noch aus, sinke tiefer. langsam verschwindet das funkeln, vereinzelt sickert noch licht zu dir herunter. langsam gewöhnst du dich wieder an schwerelosigkeit, auch deine gedanken werden leichter, weicher. bis du dich auflöst und ganz zu verschwinden scheinst. doch langsam kommst du selbst wieder zum vorschein. was bleibt von dir, wenn alles schwere von dir genommen wird? wer bist du? jede zelle in deinem körper schwingt auf einer frequenz, die musik gleicht. tauch noch tiefer und lass die augen weit offen.
du lässt die luft aus deinen lungen entweichen, myriaden von luftbläschen umgeben deine schwebende gestalt

es ist der beste augenblick, der gleichzeitig ein abschied ist.
der mann liegt auf der wiese vor dem haus und blickt in den himmel. seine haare trocknen langsam im wind. immer wieder blickt er zum meer hinüber, dann wieder zum himmel. als wären dort in den urelementen alle antworten enthalten, die er immer gesucht hat.
weit über ihm taucht ein vogel ins blau, immer weiter, bis er verschwindet, sich aufzulösen scheint.
geht es darum, um's eintauchen, um das verschwinden? schreibt er in sein notitzbuch, das vor ihm im sand liegt. müssen wir uns selbst vergessen, um das wirkliche leben zu finden? müssen wir uns erst auflösen, um ganz zu werden?


ich kannte einmal ein mädchen, schreibt er weiter, ein mädchen, das irgendwie bescheid wusste. manchmal erzählte sie darüber, über das verschwinden. sie sagte, sie würde es gerade lernen. es wäre eine kunst, die lebenslanges lernen erforderte. wenn sie darüber sprach, lag etwas sonderbares in ihren augen, etwas wildes, ungezähmtes. etwas, was nicht menschlich wirkte. nur ein wildes kind, schreibt er weiter. ein wildes kind, mehr nicht, und mehr wollte sie auch nie sein. er fragt sich, ob sie es inzwischen geschafft hatte, wieder ein stückchen mehr zu verschwinden. um ihrer heimat näher zu sein.

19.05.20

14.02.20



She wore flowers in her hair and carried magic secrets in her eyes. She spoke to no one. She spent hours on the riverbank. She smoked cigarettes and had midnight swims…

 Arundhati Roy: The God of Small Things