20.01.19

Frühlingskönigin


Wenn der Raureif an dein Fenster
Sonderbare Blüten malt
Und der Glanz der Wintersterne
Durch dein Blütenfenster strahlt
Dann träumst du in deinen Kissen
Von des Frühlings junger Pracht,
von des Jünglings sanften Küssen
und gar manch glücksel’ger Nacht.
Es fällt so still der Flocken Reigen
Und sie fallen bis zum Morgen
Rosenrot blühn deine Wangen
Du erwachest ohne Sorgen.
Mädchen träum im Winter nur
Von des Frühlings heitrer Wonne,
Nur die Frühlingskönigin
Friert nicht in der Wintersonne.


06.01.19

The Cinematic Orchestra Arrival of the Birds & Transformation






weihnachten und eine ahnung vom frühling


wer den kreis der jahreszeiten liebt, die veränderungen in der natur und in sich selbst bemerkt, dem wird weihnachten als etwas völlig natürliches vorkommen, wie ein vorgang in der natur oder in sich selbst und das war wohl ein weihnachten, das kaum jemand so sah, nur einige wenige wie sie selbst. in der kälte der nacht viele lichter anzünden und die familie in der wärme versammeln, bei frost und kälte den beginn des neuen lebens feiern, und nicht aufgeben, egal, wie kalt der winter war. wie immer ein fest des lebens, uralt und sehr heilsam.

geschenke gehörten dazu, aber hauptsächlich das zusammensein, gemeinsam essen, lange aufbleiben, reden und lachen. sogar die kinder durften so lange aufbleiben, bis ihnen die augen zufielen. sie feierte, könnte man sagen, mitten in einer katholisierten gesellschaft ein kleines, heidnisches lebensfest und das allein machte sie vergnügt und munter, sie liebte feste, denn sie meinte, dass das leben einfach gefeiert gehört.
die nacht der lichter, der kerzen, um die dunkelheit aus den gedanken zu vertreiben - es machte
wohl sinn.

sie musste jetzt langsam mal aufstehen, merlin wartete schon auf sein frühstück und auch sie konnte
etwas vertragen, vor allem einen milchkaffee. sie hoffte, dass die küche noch so aussah wie am abend
zuvor. ihr kleiner elfen-hausgast hatte es sich inzwischen bei ihr bequem gemacht und machte keine anstalten, wieder auszuziehen. als lila gemeint hatte, dass ihre eltern wohl dagegen sein würden, dass sie so viel zeit bei ihr verbrachte, hatte die elfe gemeint, sie würde ja oft bei freundinnen übernachten und genau das hatte sie ihnen einfach gesagt - sie blieb über nacht bei einer freundin.
die elfe war ein chaostyp wie er im buche steht. sie zerlegte am liebsten technische geräte wie radios. ja, man konnte sagen, dass sie ein kleines technisches genie sein könnte, wenn sie nicht so schlampig wäre. beim zusammensetzen der eben zerlegten geräte blieb nämlich meistens irgendein kleines, aber ungemein wichtiges teil übrig...

lila hatte der elfe gesagt, dass es genauso wie beim zusammenbauen von ikea-möbeln war und musste ihr sofort alles über ikea erzählen. die elfe war begeistert gewesen. ikea war keine person, sondern ein kaufhaus und die möbel konnte man zerlegt kaufen und zuhause daran rumbasteln - das wäre genau ihr ding, hatte sie gemeint. exakt elfenstyle, waren ihre genauen worte gewesen. sie wollte unbedingt einmal mit zu ikea. liess sie sich nicht mehr ausreden. dass dort unheimlich viele menschen waren, störte sie nicht im geringsten. sie meinte, sie hätte ja ihren schutzschirm und vor ihrem einkaufsbummel würde sie ihn einfach wieder neu aufladen, dann hielt der stundenlang.
lila nahm sich vor, bald einige alte radios am flohmarkt zu erstehen, zum ausschlachten für die elfe. und vielleicht ein altes fernsehgerät - damit wäre die kleine wohl länger beschäftigt und lila konnte sich endlich mal dem aufräumen widmen.
das chaos in elfenform würde zwar bald wieder über das haus hereinbrechen, aber zumindest zwischendurch sollte ein wenig ordnung herrschen. zumindest, dass man wieder etwas finden konnte....träum weiter, lila.

es war so ein typischer sonntagmorgen. der wind ging und brachte eine ahnung vom frühling mit sich. es würde ein schöner tag werden.


09.12.18

Das Herz der Winterfrau


Ein blasses Gesicht,
vom Mondlicht beschienen.
Funkelndes Licht spielt
auf gläsernem Schrein.
Ein Schrei zerbricht an
marmornen Wänden
Hier liegt sie gefangen
und leidet allein.
Die einsame Frau,
die dem Winter gebietet,
blickt in den Mond.
Ihr Gesicht ist so weiss.
Sie sagt, sie muss sterben,
wenn wir sie nicht finden.

Rundherum glitzern Wände aus Eis.