25.07.26

entspannung für die queen



raven queen im spa


wunderbar duftende waxmelts, die ich vor einiger zeit von einer freundin bekommen habe.
sie sagt immer, dass ich sie endlich verbrauchen soll, aber ich finde, dass sie
viel zu schade dafür sind! ich liebe vor allem salt water taffy.



24.07.26

doll spa




vier meiner damen waren vor kurzem im spa für ein bisschen pflege, nichts ernstes, hauptsächlich schaumbad und haare waschen :)
zwei süsse sparkle girlz mit der alten gesichtsform, die ich absolut liebe, eine hasbro sindy (ich glaube aus den neunzigern) und die wunderschöne fountain mermaid barbie.
sindys haare waren furchterregend, als ich sie gekauft habe, aber nach der behandlung im spa sehen sie richtig gut aus. nicht perfekt, einige trockene spitzen gibt es leider immer noch und die stirnfransen sind ebenfalls frizzy und trocken. ich glaube, jemand hat ein bisschen mit ihren haaren herumexperimentiert - es sieht nach extremer hitze aus, vielleicht ein glätteisen. aber so wie es ist, ist es ok, ich muss die haare nicht einmal schneiden. wir sind zufrieden!

ich mag die lamettasträhnchen in den haaren der sparkle girlz wirklich gern. einige sammler zupfen sie mit der pinzette aus, damit die dolls erwachsener wirken. mein inneres kind liebt aber glitter und lametta! Ich zupfe ihnen gar nichts aus!!


22.07.26


  

einige meiner puppen ziehen gerade in ihr neues zuhause um. meine mutter hatte vor einiger zeit einen schlimmen unfall und hat sich seither nicht wirklich gut erholt (schädelhirntrauma und 6 wochen künstliches koma) und mein vater ist leider kurz danach verstorben. ich sorge jetzt für meine mutter und versuche, so viel zeit mit ihr zu verbringen, wie es nur geht.

ich möchte meine dolls und plüschis immer um mich haben, also ziehen alle schritt für schritt von meiner alten wohnung in unser haus um. wir fahren mit dem zug und es fühlt sich immer ein bisschen wie ein abenteuer an, fast wie in einem kinderbuch. mit dolls zu reisen ist wundervoll und auf eine seltsame art romantisch. 

einige der dolls im bild sind vom flohmarkt und ich habe sie gerade gekauft, einige brauchen ein bisschen pflege, aber ins foto wollten sie alle! raven queen ist neu, fountain mermaid ebenso, einige frühe fashionistas (die voll beweglichen, sie sind so genial, ich liebe sie), steffi love mit der alten gesichtsform und die wunderbaren winzigen sindy-klone aus den achtzigern.

es wird übrigens einen eigenen doll room geben (puppenraum klingt irgendwie seltsam, also doll room) ich habe schon mit der planung begonnen und habe schon fast einen kasten voll - alles puppen, die absolut kein uv licht vertragen, z.b. aus den siebzigern und achtzigern. aber puppen vertragen sowieso alle weder sonnenlicht, noch tageslicht, noch das licht von strassenlaternen. alles sehr schecht für die haut. :) jedenfalls, mein doll room wird sehr gemütlich und herzig und ich freue mich schon sehr darauf, im kreise meiner lieben kreativ zu werden!

21.07.26






03.06.26


 “I have always liked the ocean, the promise of depth. I am tired of this dry world, with all of its dust and sickness, these barren fields.”

      Clementine von Radics, from Mermaid in “Mouthful Of Forevers” 

 

25.04.26

das stille liebespaar

er liest ihr aus einem buch vor.

sie ist so auf ihn konzentriert, dass sie die umgebung nicht beachtet. er ist ein schöner mann, vielleicht nicht schön für den geschmack der masse, dafür ist er zu dünn. sein gesicht ist sehr schmal, seine wangen sind leicht eingefallen, doch sein mund ist voll und sieht sinnlich aus.

er liest ihr konzentriert vor und sie sieht ihm ins gesicht. sie wirkt nicht so, als könnte sie sich auf das konzentrieren, was er liest, obwohl sie sich mühe gibt. er lenkt sie zu sehr ab. sie studiert seine züge wie eine landkarte, die man liebevoll und aufmerksam studiert, wenn man eine lange reise plant.

ein unerforschtes land.

wenn er so liest, sieht er jesus ähnlich, der gerade seinen jüngern ein gebet vorträgt - so sehr ist er auf den text konzentriert. er will sie damit bezaubern, aber das hat er schon längst getan, durch seine gegenwart allein. ein wenig erinnert er auch an johnny depp oder che guevara, ein abenteurer, einer, der nie den leichtesten weg geht.


neben den beiden liegt sein abgegriffener gitarrenkoffer auf der bank. das mädchen kann nur ein paar akkorde, aber sie liebt es, seine gitarre in ihren händen zu haben, und ohne es wirklich zu können, darauf zu spielen und dazu zu singen. die stimme des mädchens klingt wie regen. sie hat nie singen gelernt, aber ihre stimme ist fein und ausdrucksvoll und vibriert wie regen, der zur erde fällt.

dann sieht er sie ähnlich an wie sie ihn gerade eben, konzentriert, wie eine landkarte. 

orte, die alle poetische namen haben. strassen, die nie in die irre führen. auf seltsame art schon jetzt vertraut, aber nicht daran gewöhnt, nie daran gewöhnt, und so wird es immer sein. 

ein regenbogen mit einem topf gold am anderen ende.

11.11.25

der seiltänzer


das mädchen im blauweissen shirt sitzt stundenlang in derselben position
und blickt aufs meer hinaus
am gang lehnt ein junger mann an der halboffenen tür seines abteils und sieht den möwen zu
seine zigarette verglüht hinter ihm unbeachtet zu asche
der lokführer hält eine antike seefahrtskarte in der hand
er blickt sinnend auf den blankpolierten kompass
schaltet die geräte ab und lehnt sich zurück
grünes meerwasser spritzt auf die scheibe
ein buntgewandeter seiltänzer tanzt 10 meter über der meeresoberfläche
die enden des seils verschwinden im dunst am horizont
was für ein schöner anblick das ist, murmelt schläfrig eine alte frau am fenster
ich wollte ihn doch immer noch einmal sehen
er verneigt sich leicht, während sie ihm leise applaudiert


08.11.25

der engel des anbrechenden tages

in einem abteil weiter vorn im zug. die vorhänge an der tür sind halb zugezogen, sie flattern im luftzug, das fenster steht offen. jemand liegt auf der bank und sieht hinaus. ein mädchen, ganz allein.

sie trägt eine kurze hippiebluse mit rotem blütenmuster zu dunkelblauen jeans, die an ihren hüftknochen hängt, dunkelblau, retro, mit abgewetztem stoff, auf dem geschliffene bunte glasperlen funkeln wie kleine verirrte sterne, wunderschön wie alles, was sie trägt, zwischen sehr schäbig und sehr glamourös, nicht grad stylish, sondern mehr, niveauvoll auf eine art und weise, die man nicht auf den ersten blick erkennen würde, auf den zweiten blick umso mehr, aber dann kann man ohnehin nicht mehr wegsehen von dieser erscheinung, die elfengleich oder wie einer dieser unfassbar schönen rockstars einfach nur enspannt auf der bank liegt und gleichzeitig so aussieht, als würde sie posieren. bei ihr sieht alles wie pose aus, alles was sie tut, und wenn sie nur beim bäcker baguettes kauft. 

an ihrem hals hängt ein lederband mit einem silbernen blüten-anhänger, der nach flohmarkt aussieht oder nach einem dieser wirklich guten juweliere, die schmuckstücke herstellen, die nach flohmarkt aussehen, und wieder muss man daran denken, wie es ist, einfach so am frühen sonntag morgen über den flohmarkt zu schlendern, mit wenig geld, aber viel zeit, und dem tag beim erwachen zuzusehen. vielleicht danach eine tasse milchkaffee zu trinken, in einem winzigen kaffeehaus, in dem es nach frischen brötchen und kaffee duftet, nachher blumen für die wohnung zu kaufen, die man in den flohmarktvasen überall in den zimmern verteilt.

sie sieht nach all diesen dingen aus, wie gemalt, ein bild aus angenehmen erinnerungen und frischen träumen, wie der tag, der gerade anbricht, kaleidoskopartig bunt, gemustert, durchbrochen von versprengtem sonnenlicht und verwirbeltem zigarettenrauch.


ungewollt wie ein rockstar auszusehen und immer noch wie ein kind zu sein, das hat sie wohl gut drauf und es ist bei ihr echt und nicht gestellt, das sieht man an ihren augen, die wie die eines rehs sind, dunkelbraun und weit offen. klare augen. wie ein waldteich, bei dem man auf den grund sehen kann, ohne trübungen, als wäre alles ganz einfach, was es sicher nicht ist, und sie weiss das, aber es kümmert sie nicht. sie reist in ein unbekanntes land, das sie nicht fürchtet. vielleicht gäbe es einiges, was zu fürchten wäre, aber wie es eben so ist, es kümmert sie nicht. 

sie hat genügend kraft und innere ruhe. 

23.08.25

10.07.25

To me, all creativity is magic. Ideas start out in the empty void of your head - and they end up as a material thing, like a book you can hold in your hand. That is the magical process. It’s an alchemical thing. Yes, we do get the gold out of it but that’s not the most important thing. It’s the work itself.

Alan Moore

01.02.25

Die Angst der Blinden


Im Wirbel
von Tanz
und Traum
- während der zunehmenden Nächte -
bleiben die stolzen Türen
von Kirchen und Kapellen
verschlossen,
die starren Kreuze
verborgen...

Im Schmerz
von Tanz
und Traum
öffnen sich
Kathedralen
- zart,
verwundbar,
wahr -
von gesponnenem,
edlem Metall
und Stein,
zeigen sich
Symbole von
wilder Pracht...

Im Lächeln
von Tanz
und Traum
schreien Blinde
vor verschlossenen Toren,
erfüllt sich langes Sehnen,
heilen wundgeweinte Augen
und Herzen
von edlem Metall
und Stein.
Zart,
verwundbar
und wahr...

12.11.1991

06.01.25

 (…) I am plunging.

I am sinking. I am not coming up for air.


I do not want all this human.


— Clementine von Radics, from Mermaid in “Mouthful Of Forevers”

11.12.22


 "I love the evanescent, fragile sounds and colors, everything that trembles, undulates, quivers, and shimmers, hair and eyes, water, leaves, silk, and the spiritual quality of indefinite forms;"

       Albert Samain, from “Spiritual Love


13.11.22

Schuhuhu

ich bin du

jetzt bist du

ich...

Schuhuhu,

Augen zu,

zähl‘ bis sieben,

Geist vertrieben...

Schubidu,

Mond nimmt zu

Träume, du....

 

 


11.8.1992

12.11.22

Es ist nur das Geäst der Bäume,
das herbstentlaubt 
im Wind sich biegt


Es ist nur der Schleier ihrer Blüten,
der wie Seide
auf den Wiesen liegt


Es sind nur Tannenzapfen, 
die laut auf Dächer fallen,
wenn der Wind sie von den Ästen weht


Es ist nur eine alte Weide, 
die gespenstig und verlassen
dort am finstren Weiher steht


Und doch, ich hör ein Lied 
in allen Dingen,
das euch vielleicht verborgen bleibt


Bin nur ein Gärtner, 
der ganz still
vom Lied in allen Dingen schreibt


Und wenn ihr's hört, 
das Lied, die Worte
dann kommt zu mir und lauschet still


Bin nur ein Gärtner 
von der alten Sorte,
der nichts andres hat und will.