01.02.12

regenzauber




es ist wieder eine zeit, in der ich den regen vermisse. langen warmen frühlingsregen oder auch den kalten herbstregen (über den ich mich oft aufrege, ohne zu wissen, wie gut er mir tut). jede form von niederschlag ist erwünscht, wobei mir der schnee eigentlich der unsympathischste ist. mit den jahren ist es so gekommen. als jugendliche liebte ich den schnee besonders. allein diese eisige pracht. das glitzern. das zu sehen war für mich schon genug, um mich zu freuen. jetzt denke ich anders darüber. mir fehlt das weiche. es muss nicht warm sein, aber weich. weicher regen. und grüne blätter. schwarze erde. frisch, duftend und weich.:) mir fehlt im winter der geruch der natur, die vielen düfte. mir fehlen die vielen veränderungen in der natur. sicher kommen sie auch im winter vor, aber wahrscheinlich so unauffällig, dass ich es nicht einmal bemerke. ich mag den winter, so wie jede jahreszeit. aber langsam brauche ich wieder diese langen, weichen regentage. es ist so, als würde man eine daunendecke über sich ziehen. das mag ich übrigens total gern. unter einer solchen warmen decke liegen, das fenster offen haben, dem regen zuhören und in einem buch schmökern. wenn es dann noch brombeertee gibt, dann ist das für mich schon der gipfel des genusses. und dazu vielleicht noch einen kleinen scone mit strawberry jam, wenn man gerade einen zur hand hat. soll es ja geben.:)

ich muss gerade an die alten bauernhäuser in bad aussee oder altaussee denken. es sind häuser, die aus ganz dunklem holz gemacht wurden. einige davon sind schwarz. was zusammen mit dem grün der gärten und wälder traumhaft und auch eine spur seltsam aussieht. versponnen. :) man kann solche häuser im ganzen salzkammergut finden, aber gerade in diesem tal, in dem bad aussee liegt, häufen sie sich. in aussee leben viele künstler und buchautoren, die diese landschaft lieben. einige davon lebten vorher in wien. man kann sich vorstellen, welche erleichterung es für sie war, einmal nicht mehr diesen lärm und den dreck um sich zu haben, sondern natur, die so belassen ist, wie es nur geht.
jedenfalls..die kleinen, verschrobenen, alten häuser..ich könnte mir inzwischen auch vorstellen, eins davon zu besitzen. diese häuser haben wintergärten! aber keine modernen, wie man sie gemeinhin kennt. es sind alte wintergärten, und sie sehen auch altmodisch aus. kleiner als die neuen, und mit einem holzrahmen, fast so wie schöne, alte vitrinen. es gibt weder metall noch beton. und ich liebe diesen anblick über alles. ich hoffe, dass es regnet, wenn ich das nächste mal in aussee bin, dann kann ich regenbilder mitbringen. und bilder von den alten häuschen und ihren gärten.

übrigens: willkommen februar! bald ist es ja wieder frühling...

31.01.12

*legt müde ihren kopf auf die verschränkten arme, die auf der tischplatte ruhen* vielleicht ist es mein fehler gewesen, dass ich zu lange fort war. wie immer. immer derselbe fehler. ich bleibe zu lange weg. diesmal viel zu lange. die pflanzen sind alle vertrocknet. und überall liegt der staub. und ich fühle mich ebenfalls vertrocknet und staubig. immer, wenn ich zu lange nicht hierher finde, fühle ich, wie das alter mich einholt. das leben, versteht ihr? aber es ist nicht mein leben, es ist ein leben, das mir von einem konstrukt..nennt es gesellschaft, nennt es anders..ich weiss nicht, wie ich es nennen soll...aufgedrückt wurde. und irgendwann schläft meine alte seele ein. sie ist uralt. aber sie ist auf andere weise alt als das, was man hier unter alter versteht. während das alter hier eine art eintrocknung und ein staubiges erscheinungsbild bewirkt, ist das altern einer seele anders. sie wird mehr, anstatt weniger zu werden. sie hat alles gespeichert, was sie geschaffen und bewundert hat, vom klang über bilder, naturerscheinungen, sternenlicht, kinderlachen, spielen, lernen und viel, viel mehr. sogar die alten märchen, die man ihr zeit ihrer existenz erzählt hat, weil sie ohne ihre märchen nicht schlafen gehen konnte.

so auch jetzt. sie war todunglücklich zurück in ihr haus gekommen und fand sich nicht mehr zurecht. am besten war es, wenn sie in den sicheren mauern des hauses tief und fest schlief. man kann sich die schmerzen oft einfach wegschlafen, dachte sie. aber zuerst wollte sie noch ein märchen hören. ein märchen aus einer alten .. sehr alten .. zeit. damit sie einschlafen konnte. sie ging hinauf in ihr schafzimmer und legte sich ins bett, dessen laken weich und angenehm kühl auf der haut waren. als sie die augen schloss, sah sie einen wald vor sich. einen sehr dunklen wald, jedoch mit einer kleinen bauernhütte davor, die heimelig und gemütlich aussah. sie begann, langsam auf das haus zuzugehen...

draussen trieb der nordwind die wolken über den himmel wie ein ungeduldiger schäfer seine herde. seine blassblauen augen hefteten sich für einen moment auf das haus blueberry hollow, das gerade dabei war, sich für die nacht fertigzumachen. da sich jedoch keine wäsche auf der wäscheleine im garten befand, an der er zupfen und zerren konnte, machte er sich eine spur enttäuscht auf den heimweg.

18.12.11

Cast your eyes on the ocean
Cast your soul to the sea
When the dark night seems endless
Please remember me


Dante's Prayer
Loreena McKennit

14.12.11

merlin und die elfe




vielleicht war er nur ausgegangen, um ein wenig frische luft zu schnappen. hungrig konnte er nicht sein, nach den portionen zu urteilen, die er heute abend noch verdrückt hatte. ich weiss nur eins: als mein kater heute abend ausging, war er allein und als er zurückkam, hatte er eine winzige gestalt in seinen pfoten.
"pfui" rief ich - etwas, das bei katzen so gut wie gar keine reaktion hervorruft, so auch in diesem speziellen fall - er wackelte nicht einmal mit den ohren.
geradezu verliebt sah er drein und wenn katzen lächeln konnten, woran ich nicht im geringsten zweifelte, dann lächelte er gerade sein schönstes katzenlächeln. er sah auf das wesen herunter, das er gerade im garten gefangen hatte. ich hielt es noch immer für einen dieser erbarmungswürdigen kleinen singvögel, die zu jung waren, um rechtzeitig die flucht zu ergreifen, wenn er angeschlichen kam. erwachsene, lebenserfahrene vögel hatte er so gut wie nie angeschleppt - die sassen weit über ihm in den büschen und schimpften auf ihn herunter und er schimpfte hinauf - und so gut ich sein talent zu jagen auch einschätzte, gab ich ihm doch kaum chancen, jemals einen dieser abgeklärten zyniker von singvogel zu erwischen.

dieses geschöpf jedoch hatte nur die grösse eines ausgewachsenen vogels. es lag einigermassen groggy in seinen pfoten und bewegte sich kaum, nur die flügel zuckten leicht. mein kater sah erwartungsvoll zu mir auf. anscheind wollte er mir das wesen zeigen oder er hatte wieder mal ein geschenk für mich. er war oft so gütig, mir kleine erbeutete tiere zu verehren und schien immer wie vom blitz getroffen, da ich so wenig dankbarkeit zeigte, doch - wie katzen eben so sind, gab er seine hoffnung nicht auf, auch mich eines tages zu erziehen und mich endlich zu einer zwar nicht vollwertigen katze, aber zu etwas ähnlichem zu machen...einem etwas, das winzige tierchen nicht angewidert nach draussen brachte und vergrub, sondern sich mit feuereifer darauf stürzen und sie verschlingen würde. doch bis es so war, waren seine geschenke an mich völlig vergeblich. ich bin nicht der grosse eichhörnchen-fanatiker, muss ich dazu sagen, aber wenn er einmal einen fisch fangen würde, sähe das ganze wohl völlig anders aus - nur sollte der fisch dann noch einigermassen gut aussehen - also ein ding der unmöglichkeit.
mein kater sass vor mir und sah mich mit kugelrunden augen an. seine beute schien wieder völlig wach zu sein , denn sie begann, zu zappeln und sich gegen seinen griff zu wehren. und er tat etwas, was ungewöhnlich war.
er schaute nur und lächelte sein verliebtes katerlächeln.

ich bückte mich zu ihm herunter und nahm seine beute näher in augenschein. ein vogel war es nicht, aber was es genau war, konnte ich nicht feststellen. momentan sah es so aus, als hätte freund kater eine kleine milchig-weisse wolke gefangen. was mich nicht allzusehr verwunderte - er hatte augen für solche dinge. ja, man konnte ihm eine gewisse okkulte begabung nicht absprechen - darum hiess er ja auch merlin. er hatte seit seiner jugend sonderbare dinge bewirkt...was mir durchaus recht war, denn das okkulte war ja immer noch eine art steckenpferd von mir - ebenfalls seit frühester jugend.
jeder mensch findet die katze, die zu ihm gehört, so heisst es, und in diesem fall hatte merlin ja mich gefunden, aber davon erzähle ich lieber ein anderes mal, sonst weichen wir noch mehr vom thema ab. nur eins noch: ich hatte lange auf ihn gewartet, und als katzenfreund war es mir nicht gerade leichtgefallen, der pelzigen versuchung in form von unzähligen katzenbabies zu widerstehen, die auf den bauernhöfen in der gegend zur welt kamen - ich hätte sie körbeweise mitnehmen können, wenn nicht dieses gefühl gewesen wäre - warte noch ein wenig, er wird erst geboren. also hatte ich gewartet, auf merlin.

besagter merlin betrachtete stolz seinen fund und gab ein leises schnurren von sich. ich war zwar einiges von ihm gewöhnt, aber das hier übertraf bei weitem alles. ein winziges wesen sass mitten in der wolke und sah ungläubig zu mir auf, dann spähte es misstraurisch in alle ecken der küche. es war eindeutig kein vogel, aber es hatte flügel. schmetterlingsflügel, stellte ich benommen fest. und arme und beine. ein winziges schmales gesicht, umrahmt von silbernem haar, grosse, veilchenviolette augen und einen winzigen mund, aus dem spitze töne drangen - es klang sehr nach protest. es handelte sich eindeutig um eine elfe und zwar um ein besonders schönes exemplar. sie war noch sehr jung und unerfahren, sonst hätte mein kater sie wohl kaum erwischt - elfen sind um einiges schneller als vögel und da sie auch noch extrem misstraurisch sind, stehen die chancen, eine zu fangen, gleich null.

die situation war brenzlig. man sollte sich mit wesen dieses volkes nie schlecht stellen und dieses wesen hier war zwar jung, aber dennoch eine elfe, und ausserdem hatte sie sicher eine familie, die sie schon vermisste und suchen würde. also konnte man eigentlich nur eins machen: das geschöpf so gut es ging zu bewirten und den ganzen vorfall als besuch einer überirdischen einstufen - sie war keine beute, sondern eher merlins unfreiwilliger gast und jetzt auch zu meinem geworden.
sie war inzwischen merlins griff entschlüpft und kletterte behende auf den regalen herum wie eine eidechse, nahm dies zur hand, dann jenes, und konnte anscheinend einiges davon gut gebrauchen. als ich ihr verhalten beobachtete, wurde mir schnell klar, dass sie noch ein rechtes kind war.
sie grapschte nach dem bonbon-glas und hätte es beinah geschafft, darunter begraben zu werden. flink sprang ich hinzu und verhinderte ein grösseres unglück. elfe von bonbonglas erschlagen - ich sah die schlagzeilen vor meinem inneren auge und konnte mich eines lachens nicht erwehren. sie setzte sich auf den rand des regals, bekam ganz runde augen und begann dann, ebenfalls zu lachen. ein süsses kind, sie lachte und lachte und hörte erst damit auf , als ich ihr ein fruchtbonbon vors gesicht hielt.
zugegeben - ich hatte nicht die geringste ahnung, wie man eine elfe füttert. ich hielt das bonbon so, als würde ich einem pferd ein stückchen zucker geben. sie verstand aber recht schnell, griff eilig danach, erst schnupperte sie ein wenig, dann leckte sie ein bisschen daran, und versuchte dann, sich das ganze bonbon in den mund zu stecken. es war natürlich viel zu gross für sie.
bei diesem anblick kamen mir meine kindlichen träume von riesengrossen süssigkeiten in den sinn. gigantische schokotafeln und fruchtgummis, lollipops wie baumstämme, glitzernde berge von kandis, türkischer honig wie die weissen gipfel des mount everest.
genauso musste es meiner elfe gerade gehen. sie sah überglücklich aus....

sie futterte ihr bonbon und sah sich mit neugierigen augen um. und genau dieser blick sagte mir, dass noch einiges auf uns zukommen würde, auf merlin und mich...

29.11.11

von kleinen gestalten, raben und teekannen, und von der macht der grossen sonnenblume

eine kleine geschichte aus der anderswelt

hier saust und braust es. ein öfchen bullert. winzige gestalten schleppen emsig gegenstände, dicke wolken schweben in der küche und lassen es über der spüle regnen, der kleine platzregen wird vom wind verzwirbelt und zerzupft. der teekessel auf dem herd säuselt und lässt nebligen wasserdampf entweichen. auf den regalen nisten raben und teekannen. grosse sonnenblumenlampen sprenkeln die wände mit einem meer von lichtflecken.

auf dem küchentisch liegt die morgenzeitung. die winzigen gestalten haben sich um den tisch versammelt, einer liest piepsig vor, die anderen reden dazwischen. ein ungeheures tohuwabohu entsteht, und wilde diskussionen, doch da schlägt einer den gong und schlagartig verstummen alle stimmchen. der mit der piepsstimme liest laut vor...


unheimliche geschehnisse in und um eine alte villa am stadtrand

spaziergänger am frühen morgen des 5.1.2008 beobachteten, wie zuerst eine frau in einer schwarzen zotteljacke und gleich darauf mehrere kleine gestalten das haus verliessen. letztere schnelleren schrittes, wobei sie sich immer wieder misstraurisch umsahen. ein zeuge, der nicht genannt werden möchte, schwört, er hätte gesehen, wie eines der kleinen wesen, das eindeutig weiblicher natur war und das sich aufgrund seiner wallenden bunten gewänder gut vom schneeigen hintergrund abhob, mittels eines stücks tafelkreide den gehweg sowie die wände der umliegenden häuser mit seltsamen zeichen versehen hatte. die fingergrosse entität trug eine fremdländisch anmutende haartracht, die einer bunten wolke gleich auf ihrem kopf sass.

der zeuge, der sich sofort nach seiner aussage freiwillig einem alkoholtest unterzog und der eindeutig für nüchtern befunden wurde, - er hatte nach eigenen worten nur ein kleines frühstück bestehend aus einer tasse milchkaffee und einer buttersemmel eingenommen - liess durchblicken, er hätte bis auf ein erlebnis in irland vor einigen jahren noch niemals zuvor ein erlebnis wie dieses gehabt. über seine irland-beobachtung wollte er sich nicht auslassen, da er, wie er sagte, damals gehörig einen in der krone gehabt hatte, als er nach einem seiner nächtlichen pubbesuche bei mondschein spazierengegangen war. dieses mal jedoch stand für ihn fest, dass es sich bei seiner beobachtung eindeutig um elfenhafte wesen oder naturgeister gehandelt hatte. die entität mit dem wallenden haar, das immer wieder die farbe wechselte, er sagte es wären ähnliche farben wie bei einem regenbogen gewesen, sei seinen worten nach die allee hinuntergebraust, direkt an dem gebüsch vorbei, in dem er sich versteckt hatte, und der wind, der dann aufgekommen sei, hätte ihm die haare zu berge stehen lassen, so schneidend kalt war er gewesen. daraufhin hatte es wieder zu schneien begonnen, was die kleinen gestalten zu freudenkundgebungen angeregt hätte. die entitäten hätten sich daraufhin, wie er sagte, in einen schneehaufen geworfen und wären wild lachend darin herumgekugelt.

neben dieser doch einigermassen ungewöhnlichen beobachtung, die von mehreren zeugen bestätigt wurde, blieb die gegend bis auf die hier typischen lichter, die seefahrern unter der bezeichnung elmsfeuer geläufig sind, von übernatürlichen erscheinungen verschont.

die flackernden lichter auf der loggia des ansonsten unbewohnt scheinenden gebäudes wurden jedoch schon seit jahren immer wieder gesehen und geben anlass zu der vermutung, dass das holz, aus dem das geländer der loggia besteht, mit der zeit verfault war und schimmlig wurde. der auf dem holz wachsende schimmelpilz könnte für das grünlich flackernde leuchten verantwortlich sein.

27.11.11

Weedy Sea Dragons - Courtship Dance and Birth



gerade entdeckt... unbedingt angucken!! macht glücklich!!!:)

17.09.11

letter to myself

letter to myself



nie vergessen, wer man im grunde ist. so ganz ohne masken und verstellung. und nie vergessen, dass man die maske irgendwann einmal nicht mehr vom gesicht abnehmen kann, wenn man zu lange damit gelebt hat. nie vergessen, zu spielen. nie vergessen, dass man die wilden gärten liebt. nie vergessen, zu lieben.